TITUS
Hans Mair, Das Buch von Troja
Part No. 11
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Book: 10  
Daz X buch sagt, wie die kriechen schiedend von der tat Athenis



Sentence: 1     DEz andern tags, do gieng Calcas von Troy mit Achilles und Patrodus in dez küngs Agamenons gezelt.
Sentence: 2     
da warnd auch ein kamen vil küng, hertzogen, und fürsten, von den wurdend si lieplich empfangen, und hiezzent si zu in sitzen.
Sentence: 3     
zu stund stund der Calcas uf und Line: 15  sprach vor in allen disiu wort:
Sentence: 4     
o ir edelsten küng, hertzogen, fürsten und herrn, alz ir hie ainmüticlich gesamet sind, ist daz nit iur aller will, daz ir wider die von Troy iur offen veind mainend ze varn, die iur aller maht wider si haund erwegt von dem grozzen übel, daz si iu getaun haund.
Sentence: 5     
warumb verziehend ir iurn anvang, wann ez all Line: 20  weg schedlich ist, daz man ain sach verziuht, die man angefangen hat, gelaubend oder mainend ir nit, daz der küng Priamus under iu hab sein haimlich späher, die im bey iren heimlichen boten all iur sach enbietend.
Sentence: 6     
ez ist im ze mal nützlich, daz ir die sach verziehend, wann er im hie zwischen vil hilff mag gewinnen, wann ez lang Line: 25  zeit ist, daz ir her komen sind, und soltend längest sein in dem land ze Troy.
Sentence: 7     
ez sind doch vil monad ietzo hin, da gut wär gewesen, inn ze varn uf dem mer, und ist noch gutiu zeit, wann daz mer still ist, und sind die süzzen wind uf dem mer, also daz ir wol mit gelük komen mugend in iur veind land, und daz si iur kunft mag er\sreken, Line: 30  und daz si in selb nit fräud nemend von iurm verziehen.
Sentence: 8     
Page: 74   Line: 1  mainend ir, daz der götter gelübt umb sust sey, wann daz ir nit danknemlich uf nemend die gaub, die iu die götter geben sind, so möhtend sich leiht die götter mit iren gnaden verkeren.
Sentence: 9     
davon dünkt mich gut, daz ir diu schiff haizzend ir segel uf ziehen, und Line: 5  ir iuch bald uf den wäg hebend wider iur feind, daz ir bald und seliclich komen mugend iur sach zu ainem guten end, nach dem gelübt der götter.
Sentence: 10     
also tet ain end der verräter Calcas seiner wort.

Sentence: 11     
DO all die da stundend sein red also vernamend, do gefiel in allen wol, alz er gerett hät.
Sentence: 12     
zu stund hiez ir haptman Agamenon, Line: 10  daz allez folk berait wär, wann der drumeter uf bliez, und ze stund iederman gieng in sein schiff.
Sentence: 13     
do ward nit lenger gebiten, man bliez uf, do gieng iederman nach seiner ordnung in diu scheff, und hiezzend do, diu sail, da mit diu scheff gebunden warnd, entstriken, und die anker ziehen uss dem mer, und zugend uf ir segel, dar ein Line: 15  wätend die süssen wind, und enpfalhend sich dem hochen mer.
Sentence: 14     
da furend si nit gar fünfzehen rast von der stat Athenis, do ward alz bald der luter lufft mit finstern wolken bedäkt, alz ob ez naht wär.
Sentence: 15     
davon kom ain grozz ungewitter mit dorn und blizzen, daz die kriechen braht in grozz sorg und arbait, und hätend sich all Line: 20  dez lebens verwägen.
Sentence: 16     
do waz der maister Calcas hie mit der zauber kunst, in der er waz gelert, und sagt in die sach dez ungewitters und sprach, daz diu göttin Dyanan wär erzürnet wider si, darumb daz si gevarn wernd von Athenis, und daz si ir ir opfer nit hätend braht in den tempel, und riet dem küng Agamenon, daz er diu Line: 25  scheff alliu hiezz keren in die inseln Aluden, und daz der küng da mit seiner hand bräht daz opfer in den tempel, der da waz gemaht in der er der göttin Dyana.
Sentence: 17     
daz ward ze stund getaun, und komend in die inseln, und braht Agamenon der göttin daz opfer, alz Calcas gehaizzen hät.
Sentence: 18     
alz bald gelag daz ungewitter, und ward der Line: 30  luft allenthalben luter und schön.
Sentence: 19     
Page: 75   Line: 1  DO nu daz ungewitter also gestillt ward, do furend die kriechen gelüklich zu dem land Troy zu ainem castell, da si iriu schiff hiezzend binden und sicherlich stellen.
Sentence: 20     
dez castells namen der maister Phirgius in seinem buch nit hät gescriben, leiht darumb, Line: 5  daz der kriechen folk nit lang da lag, aber alz man in andern buchen findet, so hiezz ez Sarronaba.
Sentence: 21     
da daz folk von dem castell, und auch daz folk von dem land sauchend, daz die von kriechen woltend ze land stozzen, da luffend si mit gewappeter hand an dez mers gestat, und gedauhtend, si möhtend die kriechen zwingen, daz si Line: 10  nit komend uf daz land, und luffend torlich die kriechen an, die da komen warnd uf daz land.
Sentence: 22     
aber die kriechender on zal wider si waz, gaubend in irs torlichen fehtens ainen swären lon, wann si ir vil erslugend, und do si die kriechen nit lenger mohtend leiden, Line: 15  da hubend si sich an die fluht, und wernd gern komen in daz castell.
Sentence: 23     
aber die kriechen eiltend in nach, und slugend ir vil ze tod an der fluht, wann si mohtend in daz castell nit komen.
Sentence: 24     
also fundend si daz castell offen, und wen si dar inn fundend, die slugend si all ze tod, und namend allez, daz si dar inn fundend.
Sentence: 25     
darnach wurffend si Line: 20  die mur und die turen nider, und züntend daz castell an, und giengend da mit irem raub frölich in iriu scheff, und furend uf daz mer, und komend zu dem castell Tenodo, und wurffend da ein ir anker, und legtend nider die segel, und stundend frölich uf daz land.
Sentence: 26     
nu waz daz castell ze mal wol gefestet mit graben und muren und turen, Line: 25  und waz auch darinn vil folks und grozzer reichtum.
Sentence: 27     
ez waz auch grozzer wollust umb die stat, baidiu uf dem land und uf dem mer, und waz sehs meil von Troy.
Sentence: 28     
nu forht daz folk in der stat, daz si in die stat nit angewunnend, und wappend sich all und bestältend ir stat wol, und hub sich der ander tail us der stat an daz mer, Line: 30  und maintend weren, daz si uf daz land nit komend.
Sentence: 29     
do daz die Page: 76   Line: 1  kriechen sachend, da hiezzend si binden diu scheff, und tratend ze stund gewappet uf daz land mit ainem grozzen huffen, und allez, daz si fundend, daz ward von in genamen.
Sentence: 30     
also luffend die von Troy mänlich wider die kriechen.
Sentence: 31     
da ward ain grozzer streit, davon vil der Line: 5  toten fielend uf die erd, und der kriechen mer dann der von Troy, darumb wurdend die kriechen erzürnet, und sätztend sich ritterlich wider si.
Sentence: 32     
da ward ir vil erslagen, und auch vil der von Troy.
Sentence: 33     
doch zu dem lesten mohtend die von Troy die grozzen menig dez folks nit geleiden, und hubend sich an die fluht, und welhi mohtend gefliehen.
Sentence: 34     
Line: 10  da waz ander hilff nit, dann ob si komen mohtend zu der stat Troy.
Sentence: 35     
die aber da hin ein nit mohtend komen, die wurdend all iemerlich erslagen.
Sentence: 36     
darnach umbgabend si die stat umb und umb mit irem noch in folk, und begundend si mänlich ze stürmen.
Sentence: 37     
daz folk, daz dannoch der stat waz, sätzte sich ze wer uf der mur, mit schiezzen und mit Line: 15  werffen, so si best kundend, und wurffend der kriechen vil ze tod.
Sentence: 38     
si schuzzencl ir auch vil und wurffend si ab den laitern, doch liezzend die mänlichen kriechen nit ab und stürmtend ritterlich, wann ir über all mauss vil waz.
Sentence: 39     
do begundend die von Troy milden, also stigend si zu in uf die murtund stäktend da uf iriu banner, Line: 20  und komend zu in hin ein in die stattund all die si da fundend, niemand ussgenomen, alt, jung und diu weib, wurdend von in lästerlich ermurt.
Sentence: 40     
also ersuhtend si die stat, und allez, daz si da fundend, daz trugend si her uss, und begundend do die mur und die turn all zerstörn, und hiezzend die hüser mit dem fiur anstozzen.
Sentence: 41     
also ward Line: 25  die edel stat Thenodo erstört, und die kriechen giengend mit dem grozzen raub in iriu scheff.



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This text is part of the TITUS edition of Hans Mair, Das Buch von Troja.

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