TITUS
Seifrit, Alexander (Strassburger Fassung)
Part No. 7
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Chapter: 8  
Nectanabus täuscht Philipp



Verse: 433    Nectanabus von danne gie,
Verse: 434    
sein maisterschaft er scheinen lie:

Verse: 435    
er schurff das chunig Philipp sach
Verse: 436    
(in ainem trawmb das geschach)

Verse: 437    
wie der got Amon
Verse: 438    
des selben nachtes schon

Verse: 439    
pey seinem weib leg
Verse: 440    
und hubscher mynn mit ir phleg,

Verse: 441    
und do er das getet,
Verse: 442    
ir haimlich stat an der stet

Verse: 443    
versigelt mit seinem vingerlein
Verse: 444    
(do stuendt ein edel stain ein

Verse: 445    
verwaricht und new gegraben
Verse: 446    
und mit goldt wol erhaben

Verse: 447    
der sunne wagen und ains leben
Verse: 448    
haubt und ain swert da neben),

Verse: 449    
und sprach: 'weib, pis an swer,
Verse: 450    
du traist den beschirimer.'




Das der kunig den maystern den trawmb fuer legt.


Verse: 451       
Do der kunig erwacht,
Verse: 452    
den trawm er wol betracht.

Verse: 453    
er hies sein leut nach den pesten
Verse: 454    
maistern senden die sy westen,

Verse: 455    
die zu den selben stunden
Verse: 456    
die trawm aus legen chunden.

Verse: 457    
ain sternsecher dar becham.
Verse: 458    
do er den trawm recht vernam,

Verse: 459    
er sprach: 'dein weib ein chind gepiert,
Verse: 460    
das nach dir die chran tragen wirt.

Verse: 461    
fur war, das gelaub mir,
Verse: 462    
den hat ain got gemachet ir.

Verse: 463    
der sunne wagen und daz swert
Verse: 464    
bedeut das er betwingen wirt

Verse: 465    
als ein leb gewaltiklich
Verse: 466    
mit seinem swert alle reich

Verse: 467    
gar von orient
Verse: 468    
unczt das die sunn went.'

Verse: 469    
nu was es in den zeitten
Verse: 470    
das der chunig scholt streytten

Verse: 471    
mit den veintten seinen.
Verse: 472    
Nectanabus lies erscheinen

Verse: 473    
aber seiner chunst macht.
Verse: 474    
er schurff, do der chunig vacht,

Verse: 475    
das er sach ainen trakchen
Verse: 476    
vor im vechten und hakchen,

Verse: 477    
der die veint von im verjagt
Verse: 478    
und tet sy siglos und verczagt.




Das kunig Philipp wider zu landt wolt reitten.


Verse: 479       
Do der kunig den sig gewan,
Verse: 480    
do fuer er als ain weis man

Verse: 481    
und hueb sich von dannen
Verse: 482    
zu lant mit seinen mannen.

Verse: 483    
do der chunig Philippus
Verse: 484    
cham zu Chriechen in sein haus,

Verse: 485    
die chunigin im engegen gie;
Verse: 486    
frolich sy in enphie.

Verse: 487    
er dankcht ir und drukchts an sich
Verse: 488    
und sprach: 'fraw, nit furcht dich!

Verse: 489    
du solt freylichen frolich geparn,
Verse: 490    
wenn du hast nit missevarn.

Verse: 491    
alles das dir ist geschechen,
Verse: 492    
das hab ich in dem trawm gesechen.'




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