TITUS
Rudolf von Ems, Alexander
Part No. 104
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Chapter: 104     
Verse: 8087     Dârîus der rîche man
Verse: 8088    
von dem strîte kume entran,
Verse: 8089    
in eine veste was er komn,
Verse: 8090    
als ich diu mære hân vernomn,
Verse: 8091    
diu was geheizen Onchâ.
Verse: 8092    
vier tûsent Kriechen wâren
Verse: 8093    
werlîche gesîn durch in.
Verse: 8094    
als er entran zuo zin hin,
Verse: 8095    
sie verbunden sîne wunden.
Verse: 8096    
als er wart verbunden,
Verse: 8097    
über Eufrâten er reit.
Verse: 8098    
den gedanc er niht vermeit
Verse: 8099    
er gedâhte an mange grôze schar
Verse: 8100    
diu mit im ê was komen dar,
Verse: 8101    
und wie er hâte verlorn
Verse: 8102    
mangen degen wol geborn,
Verse: 8103    
und wie er in daz rîche
Verse: 8104    
kam gewalteclîche
Verse: 8105    
und er eine ân alle diet
Verse: 8106    
vlühtec von dem lande schiet.
Verse: 8107    
von ungemüete er sêre schrê
Verse: 8108    
'wê mir vervluochten man, owê!
Verse: 8109    
daz ich ie wart geborn!
Verse: 8110    
wie hât der himelische zorn
Verse: 8111    
die gote ûf mich gereizet
Verse: 8112    
daz sie mich machent sus unvrô!
Verse: 8113    
! war ist mîn sælde komn?
Verse: 8114    
wer hât mir hin genomn?
Verse: 8115    
wer hât verderbet sus die hant
Verse: 8116    
diu her vil manec lant
Verse: 8117    
in mîn gebot betwungen hât,
Verse: 8118    
daz ir heil alsus zergât?
Verse: 8119    
diu dinc stânt, daz ist mir kunt,
Verse: 8120    
elliu biz an eine stunt:
Verse: 8121    
daz hundert jâr gesament ist
Verse: 8122    
daz zergât in kurzer vrist,
Verse: 8123    
eines tages ende hât
Verse: 8124    
daz manec jâr wol vür sich gât.
Verse: 8125    
ez ist an mir worden schîn.'
Verse: 8126    
trôsten im die klage sîn
Verse: 8127    
die sîne und bâten in alsô
Verse: 8128    
daz er niht wære sus unvrô
Verse: 8129    
und er sich selben trôste,
Verse: 8130    
sîn herze ûz sorgen lôste.
Verse: 8131    
niht vil vervienc in dirre trôst,
Verse: 8132    
er was von sorgen unerlôst.

Verse: 8133    
Jegelîchiu swære gît
Verse: 8134    
ungemüete zaller zît,
Verse: 8135    
unreht gewalt leit und nôt
Verse: 8136    
ist manlîcher vröuden tôt.
Verse: 8137    
daz mit überkraft den man
Verse: 8138    
beginnet sêre dringen an
Verse: 8139    
und mit im hertet lange,
Verse: 8140    
so gedenkt er im vil ange
Verse: 8141    
wie er sich vor gener
Verse: 8142    
und sich der arbeit erwer
Verse: 8143    
alsus geschach ouch Dârîô,
Verse: 8144    
sîn unheil machtin als unvrô
Verse: 8145    
daz er gedâhte in Indîâ
Verse: 8146    
suochen des künges helfe .
Verse: 8147    
der was Pôrus genant.
Verse: 8148    
über Indîam daz lant
Verse: 8149    
sach man in den tagn
Verse: 8150    
der drîer lande krône tragn,
Verse: 8151    
des mitteln und des êrsten,
Verse: 8152    
des rîchsten und des hêrsten.
Verse: 8153    
daz sint driu diu rîchsten lant,
Verse: 8154    
ieglîchez Indîâ genant,
Verse: 8155    
diu wâren Pôren undertân.
Verse: 8156    
man sach von im krône hân
Verse: 8157    
mangen künec der sîn lant
Verse: 8158    
muoste zinsen sîner hant.
Verse: 8159    
durch den hêrlîchen gewalt
Verse: 8160    
den ich hân von im gezalt,
Verse: 8161    
hiez im der künc von Persîâ
Verse: 8162    
künden sînen kumber
Verse: 8163    
den er mit arbeitlîchen sitn
Verse: 8164    
von Alexander hæt erlitn,
Verse: 8165    
und mant in sîner hêrschaft
Verse: 8166    
und sîner küneclîchen kraft
Verse: 8167    
umb die vil grôzen arbeit
Verse: 8168    
die er von Alexander leit.

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This text is part of the TITUS edition of Rudolf von Ems, Alexander.

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