TITUS
Alexanderroman (Johann Hartlieb)
Part No. 45
Chapter: 42
Paragraph: 43
Unterwerfung Athens
Line: 1029
Wie
Allexander
zuͦ
athenis
kam
vnd
wie
si
sich
gegen
im
stalten
vnd
vil
ratt
hetten
.
Line: 1030
XXXXIII
Line: 1031
Darnach
kcherett
sich
Alexander
zu
der
statt
athenis
vnd
als
er
nachantt
kam
,
Line: 1032
da
santt
er
brief
den
maistern
in
der
statt
Athenis
.
Die
pflagen
gar
hocher
Line: 1033
weyßhaitt
vnd
waren
die
pestenn
in
aller
werltt
,
wann
sy
pflagen
soleicher
Line: 1034
v́bung
in
rechtterr
weyßhaitt
,
daz
in
nyemandt
geleichen
mochtt
.
Plato
der
Line: 1035
weys
wardt
da
erczogen
,
Aristotiles
der
hochgelertt
,
der
hatt
daselbst
gelernett
Line: 1036
vnd
auch
gelernett
sein
kchunst
,
die
dann
in
aller
werltt
wol
erscholen
ist
.
Es
Line: 1037
waren
auch
all
naturleich
phylosophey
vnd
maister
von
den
man
list
große
Line: 1038
kchunst
vnd
ämßig
v́bung
vnd
tugendt
.
Diee
selben
waren
herren
der
statt
Line: 1039
athenis
.
Der
selbenn
statt
schraib
Alexander
in
soleicher
forme
ainen
prief
also
:
Line: 1040
'Alexander
,
ain
sun
Phylippi
vnd
Olimpiades
.
Ich
hoͮff
,
ir
sultt
mier
vnderthann
Line: 1041
vnd
getrew
sein
,
seydt
ich
auch
ain
tayl
ewr
kchunst
gelerett
hab
vnd
Line: 1042
darumb
,
daz
ich
mich
ewrer
kchunst
geflyßen
hab
,
so
ist
mier
worden
Line: 1043
vnderthan
ewroppa
,
daz
ist
daz
dryttayl
aller
werltt
.
Vnnd
seydt
ich
ewch
Line: 1044
wider
meinen
willen
strebendt
nicht
funden
hab
,
emphachtt
mein
maynung
Line: 1045
vnd
nichtt
die
wortt
mitt
menig
gesameltt
glorieren
:
Wie
wol
daz
ist
,
daz
ir
Line: 1046
vast
rattsam
vnd
hochgelertt
seytt
,
daz
erscheinertt
pas
vnd
lawttrer
.
Ist
,
daz
ir
Line: 1047
willigcleich
vnd
geren
meinenn
gepotten
gehorsam
seytt
,
wann
ir
muest
yee
Line: 1048
sein
diee
aller
pestenn
oder
muest
aber
den
peßtten
gehorsam
sein
.
Darumb
so
Line: 1049
hab
ich
mich
bedachtt
,
daz
ich
alle
iare
von
ewch
purgern
von
athenis
haben
Line: 1050
wil
tawßenntt
pfundt
goldes
lawtters
'.
Die
weyßen
maister
vnd
diee
gemainen
Line: 1051
purger
der
statt
athenis
schreiben
hinwider
dem
groͮßenn
Alexannder
in
dißer
Line: 1052
forme
:
'Wier
bekennen
wol
,
daz
dein
vatter
in
dem
lebenn
vns
offt
gemuett
Line: 1053
vnd
gelaydigett
hatt
,
darumb
wier
seines
todes
nichtt
betruebett
sein
,
sunder
Page: 129
Line: 1054
vast
gefrewett
.
Daz
versteen
wier
von
dier
auch
wol
,
darumbe
,
daz
du
so
Line: 1055
vnparttleichenn
thuest
.
Wann
hast
du
soleich
getrawen
vnd
willenn
zu
dem
Line: 1056
vechtten
,
so
vichtt
mitt
andern
,
diee
pass
beraytt
sein
zu
streytt
,
dann
wier
Line: 1057
sein
'.
Alexander
verlas
ir
epistel
vnd
schraib
in
hinwider
in
dißer
forme
:
'Ich
Line: 1058
hab
vor
czeitten
zu
ewch
gesanntt
Leontam
,
meinem
potten
,
der
ewren
rednärn
Line: 1059
die
czungen
verschnayd
vnd
sy
zu
vns
gefuertt
hatt
.
Nun
hab
ich
mich
Line: 1060
bedachtt
,
selber
zu
ewch
zukomen
vnd
die
statt
athenis
wueesten
vnd
awßrewtten
,
Line: 1061
darumb
,
daz
ir
vnnsern
gepotten
nichtt
gehorsam
seytt
vnd
die
in
Line: 1062
hochfartt
verschmächtt
.
Vnd
ist
,
daz
ir
vnnßern
gepotten
weltt
gehorsam
sein
,
Line: 1063
so
senndett
czechenn
der
aller
pesten
auss
der
statt
zu
vns
,
damitt
mugtt
ir
Line: 1064
gesennfften
vnnsern
czoren
'.
Da
die
prief
in
der
statt
vor
mänigcleich
gelesen
Line: 1065
wuerden
vnd
sy
der
gancz
pouel
vernomen
hett
,
da
wardt
rattes
gefragett
Line: 1066
der
weys
rednär
vnd
orator
Estines
.
Der
rattschlueg
mitt
soleichen
wortten
Line: 1067
vnd
synnen
:
'O
ir
man
von
athenis
,
ich
hab
nichtt
bedachtt
anders
vnd
findt
Line: 1068
nichtcz
peßers
fuer
diee
statt
,
noch
nichtcz
hailsamers
vnd
säligers
vns
allenn
,
Line: 1069
dann
daz
wier
allem
gepott
vnd
willen
des
kunigs
Alexanders
gehorsam
sein
.
Line: 1070
Namleich
darumb
,
so
ich
gedenck
ann
den
zorenn
Phylippi
vnd
an
daz
geleich
Line: 1071
gesacztt
Alexanndry
.
Wann
Phylippus
hett
hochenn
muett
,
so
hatt
dißer
Alexander
Line: 1072
die
kchunst
vnd
weyßhaitt
Aristotiles
vnd
mochtt
wol
komen
.
Alexander
Line: 1073
wuerde
vns
hoch
eren
vnd
wyerden
,
darumb
,
daz
die
kchunst
Aristotiles
Line: 1074
von
vns
zu
im
komen
ist
vnd
des
mochtten
wier
wol
genyeßenn
,
daz
Alexander
Line: 1075
all
sein
herttigkaitt
,
die
er
auf
vns
gesacztt
vnd
gewappentt
hatt
,
verkerett
Line: 1076
in
guettigkaytt
,
auch
am
maysten
daz
angesechen
,
daz
er
die
rechtten
kchunst
Line: 1077
hatt
,
die
lanndt
zu
beczwingen
'.
Da
nun
geendet
wuerden
die
wortt
Estine
,
da
Line: 1078
stuendt
auf
ainer
von
der
czal
der
weyßenn
,
der
auch
der
statt
ratt
was
vnd
Line: 1079
edel
,
genantt
Damattes
,
der
sprach
also
:
'AIs
lang
vnd
die
weyl
Estines
vns
Line: 1080
erschreckt
vnd
czaghafft
machtt
vnd
vnnser
gemuett
kerett
vonn
dem
streytt
Line: 1081
vnd
vechtten
,
darynne
wier
doch
yee
die
allerpesten
waren
vnd
die
keckisten
Line: 1082
ritter
ere
zu
erberwen
gewesen
sein
,
so
kan
mich
daz
nichtt
verwundern
,
was
Line: 1083
dich
,
Estines
,
darczue
laytt
vnd
kere
,
wann
du
vor
czeitten
geratten
hast
-
vnd
Line: 1084
nichtt
vnpilleichenn
-
daz
wier
wider
die
person
streytten
soltten
,
daz
wier
Line: 1085
auch
nämleich
thetten
,
diee
mer
tawßentt
guttter
ritter
hetten
dann
Alexander
Page: 130
Line: 1086
allerlay
volckes
gesameltt
hatt
.
Daselbst
wier
gesygtten
vnd
erschluegen
in
Line: 1087
vnserm
gemuett
der
perßen
heer
alles
.
Wier
haben
auch
vor
nyee
kainen
spycz
Line: 1088
der
veindt
geforchtt
.
Waist
du
nichtt
,
wiee
wier
fluchttig
machtten
mitt
Line: 1089
herttem
streytt
daz
starck
volck
lacidonies
?
Wier
haben
auch
mitt
streytt
angesigett
Line: 1090
dem
fraydigen
volck
karinthyen
,
die
doch
vast
zu
streytte
gelerett
waren
.
Line: 1091
So
haben
wier
auch
nyder
geschlagenn
magares
,
den
vast
mochttigen
kunig
Line: 1092
vnd
alles
sein
reich
vns
vnderthann
vnd
gehorsam
gemachtt
.
Auch
so
haben
Line: 1093
wier
außgerewtt
daz
starck
volck
achidos
.
Nun
zu
dem
leczsten
so
haben
wier
Line: 1094
souil
tawßentt
ritter
dem
kunig
Exersses
vmbprachtt
,
daz
es
vnsägleich
ist
,
Line: 1095
wann
sein
heer
was
so
gross
,
daz
er
alles
vnnser
lanndt
bedackt
mitt
ritterschafft
Line: 1096
vnd
daz
weytt
mer
hett
er
vberpraytt
mitt
scheffen
,
noch
dann
gesygtten
Line: 1097
wier
mitt
vnnserm
ritterleichem
gemuett
vnd
waren
doch
irer
geschoss
Line: 1098
souil
,
daz
sy
den
tag
in
den
lufften
tunckel
machtten
,
noch
gesygttenn
wier
.
Ich
Line: 1099
schwer
pey
meinen
gottern
,
daz
daz
wol
ain
spoͮttleich
ding
ist
,
soltten
wier
Line: 1100
souil
großer
streytt
gewunnen
haben
mitt
vnnsern
krefften
,
darynne
wier
vber
Line: 1101
alle
werltt
hoch
gelobtt
sein
vnd
soltten
dann
nichtt
widersteen
mitt
streytt
Line: 1102
dem
thoretten
vber
vnbesynntten
kchindt
Alexandro
.
Wann
nun
aber
er
Line: 1103
begertt
im
zugeben
vnnser
weyßer
mann
czechen
,
daz
thuett
er
darumb
,
daz
er
Line: 1104
vnnser
statt
,
machett
vnd
weyßhaitt
lere
vnd
darnach
so
machtt
er
dann
mitt
Line: 1105
subttylem
synne
in
die
statt
vallen
.
Wann
wo
weyßhaitt
die
statt
oder
lanndt
Line: 1106
verlaßentt
,
da
hilfft
klain
der
iungen
ritter
sterck
'.
Darnach
patt
der
pouel
Line: 1107
weyßen
ratt
zegebenn
ainen
gelertten
maister
vnd
woluerstanden
mann
,
Line: 1108
genantt
Demassenes
.
Derselb
wincktt
mitt
der
hanndt
dem
muermelundem
Line: 1109
pouel
vnd
sprach
also
:
'O
ir
veryrrtten
manner
,
ir
habtt
hiee
ratt
vnd
groͮss
Line: 1110
sarge
als
ich
verstee
,
ob
vns
czimbtt
zestreytten
wider
Alexandrum
,
oder
ob
Line: 1111
wier
seinem
gepott
geuolgig
,
gehorsam
vnd
vnderthan
sein
sullen
.
Daz
hab
ich
Line: 1112
alles
mitt
gar
ernstleichem
fleyss
bedachtt
vnd
durchgrundett
vnd
mier
Line: 1113
geueltt
gar
woͮl
der
ratt
vnd
vrtail
Estines
,
wann
er
hatt
gar
weyßleich
gerattenn
Line: 1114
vnd
wier
sein
dabey
nichtt
geuallen
von
vnnßern
kchrefftenn
vnd
streytten
,
Line: 1115
ob
des
noͮtt
geschäch
,
wann
durch
den
ratt
so
betruebtt
kain
czaghaitt
Line: 1116
dißen
ratt
,
wann
zu
streytt
sich
wol
zu
bedencken
ist
,
wann
der
syge
des
Line: 1117
streyttes
ist
nichtt
gewyss
.
Nun
hatt
Damattes
in
seinen
wortten
hoch
geredt
Page: 131
Line: 1118
vnd
ermanett
der
hochenn
säligkaitt
,
die
wier
vor
czeitten
gehabtt
habenn
in
Line: 1119
großen
streytten
vnd
mayntt
,
daz
wier
den
selben
soltten
nach
uolgen
vnd
vns
Line: 1120
vnd
vnnser
volck
zu
streytt
wappenn
vnd
vns
soltten
auf
den
streytt
verlaßen
Line: 1121
vnd
getrawen
haben
,
daz
wier
Alexandro
wol
angesigtten
,
so
er
all
sein
sach
so
Line: 1122
kchindtleich
vnd
sunder
ratt
thuett
.
Damattes
ratt
mag
auch
guett
sein
,
aber
Line: 1123
mier
geueltt
vil
pass
der
ratt
Estines
'.
Darnach
hueb
an
ainer
zu
reden
mer
der
Line: 1124
weyßen
maister
,
der
hochgelertt
was
,
Damastenes
,
vnd
kerett
sich
zu
Damattes
Line: 1125
vnd
sprach
:
'O
Demattes
,
ich
flech
vnd
pitt
dich
,
daz
du
mier
czaygest
ainen
Line: 1126
oder
mer
solleicher
kecker
,
vnerschrocken
starcker
fuersten
,
hawbt
man
oder
Line: 1127
heere
nun
zumal
als
wier
sy
vor
czeittenn
gehabtt
haben
,
als
dann
mänigcleich
Line: 1128
wol
ways
vnd
kchundt
ist
,
daz
wier
die
hochsten
vnd
pesten
zu
streytt
gelerett
Line: 1129
hetten
.
Vnd
die
weyl
wier
die
hetten
,
da
was
vns
wol
zu
streytt
zuratten
.
Seydt
Line: 1130
aber
wier
der
kainenn
noch
ainen
haben
,
noch
haben
mugen
,
so
ist
auch
mein
Line: 1131
ratt
,
daz
wier
den
streytt
laßenn
vnd
shunst
genadee
suechen
an
Alexander
,
der
Line: 1132
wier
hoffen
,
nichtt
verczigen
sein
,
seydt
im
souil
kchunst
vnd
weyßhaitt
geben
Line: 1133
ist
von
vns
durch
seinen
maister
Aristotelem
'.
Da
nun
Damastenus
dißew
vnd
Line: 1134
der
geleichen
wortt
vil
geredt
,
da
beschloss
daz
volck
albeg
mitt
gemainem
Line: 1135
ratt
,
daz
man
volgen
soltt
Damasteno
vnd
Estine
vnd
nichtt
Damattes
.
Die
Line: 1136
purger
von
athenis
santten
Alexandro
pey
Damasteno
,
dem
weysen
rednär
,
Line: 1137
gar
ain
kchostleiche
,
guldeine
kchron
.
Da
nun
Damastenus
allain
kam
vnd
Line: 1138
nichtt
diee
czechen
mitt
im
,
da
wardt
betruebtt
Alexander
vnd
liess
anschlachen
Line: 1139
in
alle
gazzen
der
statt
seine
gebott
vnd
dardurch
wardt
er
in
guettmuettigkaitt
Line: 1140
gekerett
.
Daz
geschach
durch
anweysung
Damasteni
.
Darnach
schrayb
Line: 1141
kunig
Alexander
den
purgern
zu
athenis
in
soleicher
forme
:
'Ich
schreib
ewch
Line: 1142
purgern
als
ain
kunigk
,
aber
ich
wil
nichtt
,
daz
man
mich
also
nenne
,
als
lanng
Line: 1143
piss
ich
alle
warbarische
sprach
beczwing
vnd
sy
den
kchryechen
vnderthann
Line: 1144
vnd
gehorsam
mache
.
This text is part of the
TITUS
edition of
Alexanderroman (Johann Hartlieb)
.
Copyright
TITUS Project
, Frankfurt a/M, 6.5.2019. No parts of this document may be republished in any form without prior permission by the copyright holder.